If life gives you scraps, make a quilt!

Das Leben hat mir in den letzten Wochen einen unvorstellbar großen Haufen an „scraps“ zur Verfügung gestellt. Aber schon Goethe meinte ja, dass man auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, Schönes bauen kann. Nun, ich baue nicht so gern mit Steinen, aber ich kann mit (Stoff-)“Fetzen“ durchaus etwas anfangen und etwas „Schönes bauen“. Zum Beispiel wieder einmal einen einfachen und schnellen Quilt:

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Das Leben ist oft kompliziert genug, da tut kontemplatives Nähen gut und bringt rasch das manchmal dringend notwendige Erfolgserlebnis und Glücksgefühl :-).

In den letzten Wochen ist sehr, sehr viel passiert.

Ich habe nach einer etwas längeren Pause endlich wieder genäht, mein Geschäft wieder in Angriff genommen, einige Quilts für Kundinnen gequiltet, Anleitungen geschrieben, Fertigpackungen erstellt und nun viel mehr Stoffe und Zubehör im Angebot.

Und: Wir (inzwischen 42 Quilter & -innen/Strickerinnen/…) waren zum 9. Mal in Strobl am Wolfgangsee. Von einem TextWEnde (Textiles Wochenende) zum nächsten vergeht das Jahr unglaublich schnell. Das Wochenende – so lang herbeigesehnt – vergeht allerdings noch viel, viel schneller. Kaum alles ausgepackt und aufgebaut ist es auch schon fast wieder vorbei. Hier ein kleiner Eindruck. Mehr Fotos folgen.

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Für heute gibt es noch Fotos meiner neuen Pölster für unsere „Kaffeeecke“ :-). Einige der Borten verkaufe ich in meinem Geschäft, aber manche Webbänder horte ich schon ewig, habe nur kurze Stückchen davon und konnte mich kaum entscheiden, wofür ich sie verwenden soll.

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Und auch die kleinsten Stückchen haben noch eine gute Verwendung gefunden:

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Wenn das Leben einem Zitronen gibt, …

… kann man sich verkriechen, weinen, jammern, … oder Limonade machen.

Nach bald 56 Jahren auf dieser Welt lerne ich mich langsam ein bisschen kennen. Erstaunlich, wie lange das dauern kann.

Als meine Mutter vor zwei Jahren einen schweren Unfall hatte, habe ich plötzlich aufgehört zu stricken. Von heute auf morgen. Jedes Mal, wenn ich mein Strickzeug in die Hand nahm, machte es mich nur nervös. Wer mich kennt, weiß, dass ich ohne Strickzeug nie und nirgendwo anzutreffen war. Im Flugzeug, in der U-Bahn … immer und überall hat mich Stricken beruhigt. Mehrere Projekte waren in allen „Transportgrößen“ ständig griffbereit.

Der Unfall hat mit dem Stricken überhaupt gar nichts zu tun. Ewig habe ich mich gefragt, wo hier die Zusammenhänge sind. Und hätte mir je jemand erzählt, dass MICH Stricken nervös machen kann … Nicht auszudenken, was ich gesagt hätte!

Das einzig Beruhigende in dieser Zeit der schlaflosen Nächte war: Stoffreste bügeln, falten, sortieren, zurechtschneiden. Endlos. Ich habe ja auch genug Stoffreste. Auch gut. So kam etwas Ordnung in mein Leben.

Nun kenne ich mich also ein bisschen besser. Wenn das Leben nicht planbar ist und ich nur tatenlos warten und zusehen kann, dann räume, ordne und schlichte ich. Ich räume und ordne Stoffe, Bänder, Stecknadeln, Bücher, Schuhe … einfach alles, was mir in die Quere kommt (inzwischen gibt es ja zum Glück auch wieder „neue“ Stoffreste). Und es beruhigt.

Lieber würde ich aber doch im materiellen Durcheinander leben, als schon wieder das emotionale Durcheinander erleben zu müssen. Aber so muss es scheinbar sein, wenn man selbst älter und damit die Eltern alt werden. Wir haben Glück. Wir haben noch beide Eltern, unsere Kinder also noch vier Großeltern und unsere Enkel Urgroßeltern. Das ist nicht selbstverständlich.

Andere Menschen werden alt. Die eigenen Eltern nicht. Das Alter schleicht sich heimlich an und plötzlich ist es da. Weil ich nicht hinsehen wollte? Weil man das nicht wahrhaben will? Wir kennen ein Leben ohne Eltern nicht – bis wir sie verlieren. Sie sind die einzigen Menschen, die immer da waren. Die Vorstellung in einer Welt ohne sie zu leben, ist auch in meinem Alter etwas vollkommen Fremdes. Hoffentlich muss ich mich noch nicht mit diesem Fremden vertraut machen. Vorerst also schlichte und räume ich. Es hat auch etwas Gutes:

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Der Kursraum ist bereit! Der erste Kursbesucher ist schon da:

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Er sieht noch ein bisschen untätig aus, wärmt aber den Platz schon einmal vor. 🙂

Und die Tür fällt nun endlich auch nicht mehr zu:

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Ich freue mich auf unseren ersten Kurstag und werde ganz bestimmt davon berichten.

Herzliche Grüße

Marion

 

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„Der Anfang aller Weisheit ist Verwunderung.“ (Aristoteles)

Hier von Weisheit zu sprechen mag auch verwunderlich erscheinen, aber tatsächlich wurde ich in letzter Zeit ein ganz kleines bisschen „weiser“.

Mrs. BillingsCoverlet. Es war Liebe auf den ersten Blick!

Beim Festival of Quilts 2015 in Birmingham konnte ich nicht anders, als ständig um diesen Quilt zu schleichen.

Mrs. Billings Coverlet – Karen Styles

Er war gleich zwei Mal vorhanden. Einmal in der Ausstellung unter den eingereichten Quilts. UND! Und: Am Stand „Somerset Patchwork & Quilting“ war nicht nur der Quilt ausgestellt. Es gab auch ein dickes Anleitungspaket um (viel) Geld zu kaufen. Karen Styles hat sich die Mühe gemacht, diesen alten Quilt (eigentlich ein ungequiltetes Top – warum wohl?) nach einem kleinen Foto zu rekonstruieren. Das antike Original befindet sich im Besitz der Britischen Gilde.

Nach schlaflosen Nächten, ewigem inneren Kampf … (gut, leicht übertrieben) … kaufte ich am letzten Tag das Paket. Seither „wurschtle“ ich immer wieder einmal an diesen tausenden kleinen Teilchen und hin und wieder gibt es Streit zwischen Mrs. Billings und mir. Großen Streit. Die Teile wollen oft nicht passen. Unerhört.

So ist der derzeitige Stand der Dinge (und das schon seit einigen Monaten!):

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Ich frage mich dann – wenn wir gerade Streit haben, ob sie überhaupt diesen Zeitaufwand wert ist. Was werde ich eigentlich mit diesem riesigen Quilt machen, wenn er fertig ist? An den Wänden unseres Hauses hängen schon solche Exemplare. Zu schade (oder zu modern) um darunter zu schlafen und sie dann und wann in die Waschmaschine zu stecken, liegen manche meiner Quilts dann hübsch gefaltet im Schrank. Schließlich besteht unser Haus nicht nur aus Wänden und Betten! Da ich ja schon seit mehr als 40 Jahren quilte, sammelt sich doch einiges an. Und ich liebe es, riesige (oder zumindest große) Quilts zu nähen. Wir werden aber natürlich weiterhin versuchen uns zu vertragen. Mrs. Billings und ich. Und irgendwann wird der Quilt vielleicht auch fertig ;-).

Bis dahin brauche ich aber auch dann und wann Erfolgserlebnisse. Und auch das Gefühl: „Weniger ist mehr!“. Ja, aller Weisheit ist Verwunderung.

So entstehen derzeit auch Quilts, die einerseits praktisch sind, recht schnell zum Erfolg (und zur Fertigstellung) führen und die trotzdem (oder gerade deshalb?) auch besonders hübsch anzusehen sind.

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„Sandstrand“  – 146,5 cm x 202 cm

160 Rechtecke (geschnitten 16cm x 11,5cm), ein breiter Rand, eine hübsche Spitzenborte und ein Binding aus Schrägband. Einfach und doch wirkungsvoll. Dieser Quilt kann in jeder Farbrichtung oder auch ganz bunt wunderbar aussehen. Was meint ihr?

Es gibt einige Stoffpakete in unterschiedlichen Farbgebungen mit genauer Anleitung (noch immer per Mail). Der Preis für das Top incl. Binding und Spitzenborte beträgt 82 €.

Wie wäre es mit „Rosenrot“?

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Oder „Kiesbett“?

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oder „Lavendelfeld“, „Himmelblau“, „Ostseestrand“, „Röschenbeet“, „Schwarz-Weiß“, „Gartenzeit“, „Kunterbunt“ … Es gibt beinahe unendlich viele Möglichkeiten!

Übrigens: Ich freue mich über Kommentare auf meiner Seite! Danke!

Und: Es wird bald die ersten Termine geben! Wie sieht es zum Beispiel mit dem 25. Februar aus? Wir könnten gemeinsam an Sandstrand, Himmelblau oder … nähen :-).

Herzliche Grüße

Marion

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Himmelblau, Rosenrot & Wiesengrün

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Manchmal ist mir plötzlich nach „Entbuntung“. Und nach „FERTIG“!

So sehr ich auch – besonders im Jänner/Februar – fast heißhungrig auf leuchtende Farben bin (so viel zum Thema Diät!), so plötzlich überfällt mich dann auch wieder die Lust auf ruhige, unaufgeregte Farbgestaltung. Nach mehreren Quilts, die ich aus poppigen Stoffen für mich und Kundinnen genäht bzw. auf der Longarmmaschine gequiltet habe, kam diese „Entbuntungs-Phase“ fast heimtückisch und hinterrücks. So entstand:

„Himmelblau“, der erste Quilt, den es nun auch als Fertigpackung in meinem Shop gibt.

Es ist ein kuscheliger, „freundlicher“ Quilt in der Größe 135cm x 189cm. Mein (Muster-)Quilt wurde mit einem Baumwollvlies und einer Flanell-Rückseite versehen. Gequiltet wurde er mit einem eher lockeren Pantographmuster („Feather Puff“). So ist er perfekt zum Kuscheln in der kalten Jahreszeit, passt aber auch (ganz pflegeleicht!) locker in die Waschmaschine. Und genäht ist er ganz flott.

In der Fertigpackung enthalten sind:

Detaillierte Anleitung mit Bildern (incl. einer Methode flott und schön 4-Patch-Quadrate zu nähen), Stoffe für den Quilt in der fertigen Größe 135cm x 189cm – teilweise schon zugeschnitten, Binding (Schrägband – wegen der abgerundeten Ecken nötig).

Vlies und Stoff für die Rückseite können gern dazu passend ausgesucht werden, sind aber noch nicht dabei. Da lässt sich in meinem Shop sicher leicht etwas Passendes finden.

„Himmelblau“ ist der Prototyp, sozusagen das Versuchskaninchen. Für die  Packung habe ich das Modell noch etwas „verfeinert“. Jetzt ist es reif für den öffentlichen Auftritt:

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„Himmelblau“ enthält – man glaubt es kaum – Stoffe in Blau-, Beige- und Cremetönen.

„Rosenrot“ wird aus Stoffen in Abstufungen der Farben Himbeerrot, Rosarot, Altrosa, Beige und Creme genäht.

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„Wiesengrün“ enthält Stoffe in Grün-, Beige- und Cremetönen. Das Grün geht eher in Richtung Olive/Salbei, aber Wiesengrün klingt gerade im Jänner so erfrischend nach Frühling und Sommer ;-).

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Der Preis für das Stoffpaket (Inhalt siehe oben) beträgt 75 €.

Da der Webshop noch immer auf sich warten lässt, ist es vorerst per Mail oder telefonisch (siehe Kontakte) zu bestellen. Über einen Besuch in meinem Shop würde ich mich sehr freuen (Termin bitte ausmachen). Postversand ist natürlich auch möglich.

An den nächsten „entbunteten“ Quiltideen arbeite ich gerade emsig. Beitrag dazu folgt hoffentlich bald.

Bis dahin: Herzliche Grüße und viel Spaß beim Nähen, Patchen, Quilten!

Marion

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Bernina und ich – wir sind per DU!

Inzwischen traue ich mich zu behaupten, dass meine Bernina Q24 und ich einander schon „duzen“. Die vorsichtige Phase des Kennenlernens und höflichen Umgangs miteinander (eher ich mit ihr als sie mit mir!) wurde nach dem achten Quilt auf dieser Maschine zu einem zwar respektvollen, aber doch freundschaftlichen Verhältnis gewandelt. Das Aufspannen des Quilts geht jetzt schon recht flott und sicher von der Hand und das Quilten erinnert mich daran, warum ich so gerne Fairisle-Muster stricke. Nur noch diese Musterreihe, nur noch der nächste Farbwechsel … und schon ist das Stück fertig :-). Beim Quilten mit dem Pantograph ist es ganz ähnlich.

Lieber ein paar Bilder statt viel Text?

Da kann man den Sommer schon fast fühlen!

Mein dritter Kundenquilt:

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Eigentlich wollte ich vor dem Schlafengehen den Quilt nur kurz auf die Maschine montieren. Aber eine Reihe musste doch sein. Und noch eine. Und …

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Fast fertig:

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Und ganz fertig:

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Ich wünsche einen gemütlichen Jänner. Wenn es draußen so kalt ist, kann man sich so ganz ohne schlechtes Gewissen drinnen mit Handarbeiten beschäftigen und sich so die Sonne ins Haus holen. 🙂

Happy Quilting!

Marion

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