„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ (Lucius Annaeus Seneca)

Bilder gibt es heute HIER nicht, aber die Galerie füllt sich langsam. Ich habe Zeit (welche?) genützt :-).

Hier gibt es heute „nur“ stümperhaft-philosophische Gedanken und Überlegungen.

Seneca und Lewis Carroll müssen heute herhalten um meine Gedanken zu ordnen ;-). Aus NICHT gegebenem Anlass – ausnahmsweise – möchte ich meine Gedanken zum Thema effiziente Nutzung der Zeitressourcen (Wow! Schön geschrieben!)  mitteilen. (Sollte das überhaupt jemanden interessieren. Sonst muss „Jemand“ auf den nächsten Eintrag warten ;-).)

„Ich habe immer gedacht, die Zeit wäre ein Dieb, der mir alles stiehlt, was ich liebe. Aber jetzt weiß ich, dass sie geben, bevor sie nehmen und jeder Tag ist ein Geschenk.“ (Lewis Carroll)

Wer versteht schon die verrückte Alice im Wunderland? Obwohl die beiden Werke („Alice’s Adventures in Wonderland“ und „Through the Looking-Glass and What Alice Found There“, die meist unter „Alice in Wunderland“ zu einem Werk verschmelzen) zu den bedeutendsten Werken der Kinderliteratur gehören, lesen sie sich mit etwas Lebenserfahrung und -weisheit „anders“. Um die Novelle des Mathematikers Charles Lutwidge Dodgson alias Lewis Carroll nur ansatzweise zu verstehen, muss man schon ein bisschen hinter die Kulissen blicken und reflektiert denken (wollen). Manchmal auch grübeln. Ich zumindest.

Alice gilt für die meisten als verrückt, taucht sie doch in eine Traumwelt ein, wo alles anders ist, als wir es kennen.

„I’m not crazy – my reality is just different from yours.“ (1865, Lewis Carroll „Alice’s Adventures in Wonderland“)

Sind Alice, der verrückte Hutmacher, die Grinsekatze, der Märzhase … wirklich nicht verrückt? Leben sie in einer Traumwelt oder einer anderen Realität? Betrachten sie alles aus einer uns fremden Perspektive? Wer versteht hier wen?

Da es hier um Patchwork & Quilts geht, kommt nun endlich nach einer langen Einleitung der kurze und prägnante Höhepunkt der Gedanken:

Leben Patchworker und Patchworkerinnen (HA! Gegendert!) in einer „anderen Welt“ und teilen sie ihre Perspektive mit anderen (vor allem in Bezug auf Zeit)? Ist es Zeitverschwendung, einen Quilt zu nähen?

Schöne „heile“ Stoffe schneiden wir (manchmal wenigstens ungern) mit großem Zeitaufwand in möglichst kleine Teilchen, nur um sie dann wieder zu neuen Mustern zusammenzusetzen. Nicht, dass die Muster vorher nicht auch großartig waren. Darum hatten wir den Stoff ja ursprünglich gekauft :-). Wie oft habe ich in Ausstellungen und im Freundes- und Bekanntenkreis (Nein, nicht gegendert. Jetzt reicht’s!) gehört, dass das ja ganz nett sei, aber einfach die Zeit so kostbar sei und für solchen „Firlefanz“ fehle.

„Ich würde das ja auch gern machen, aber dafür habe ich einfach gar keine Zeit.“ Ein Satz, den ich viel zu oft gehört habe. Ich muss allerdings zugeben, ihn auch nur einmal zu hören, hätte mich schon gehörig geärgert.

Heißt das zwischen den Zeilen, dass wir alle nichts zu tun haben und vor lauter Langeweile Stoffe zerschneiden und wieder zusammensetzen? Dass wir keinen Beruf, keine Familie, keine Verpflichtungen … haben? Die Generation Y hat den Ausdruck „work-life-balance“ geprägt. Ich gehöre – leider – altersmäßig nicht zu dieser Generation. Für mich gilt noch work = life und (mathematisch ja ganz logisch) umgekehrt. Hier gibt es keine Trennung.

Gerade deshalb! Gerade aus diesem Grund zweige ich Zeit, die ich für mein Hobby und mein Geschäft (auch das betrachte ich – weil ich es so gern mache – als „Hobby“) brauche, überall ab, wo es möglich ist.

Ich mache nie nichts. Nie. Gut, wenn ich schlafe ist das anders. Aber da mache ich ja auch etwas. Schlafen.

„Ist dieses Hobby denn gesund?“

Gesünder als was? Gesünder als fernsehen? Gesünder als laufen? Muss denn alles gesund sein? Und kann ich nicht laufen und patchworken? (Wenn ich das möchte. Ich möchte nicht!) Laufen wir nicht ohnehin unzählige Male zwischen Schneidematte, Bügelbrett, Nähmaschine … hin und her und bücken uns auch unzählige Male nach Stecknadeln auf dem Boden (Die gibt es offiziell natürlich NIE!), Fäden und Stoffschnipseln nach dem Nähen …? Mein Patchworken ist nahezu Fitnesstraining!

„Das kostet aber sicher viel Geld.“

Ich verdiene mein Geld mit meiner Arbeit. Das ist einer der Gründe, warum ich täglich früh aufstehe und mich dorthin bewege. Ich könnte sonst auch zu Hause lesen, philosophieren und mein Umfeld „bilden“ ;-). Tennis zu spielen, Golfen, ja selbst Schach zu spielen, kostet auch Geld. Aber ich kann mich letztlich nicht mit dem Tennisschläger wärmen oder mein „Hole-in-one“ zu einem Fest verschenken. Schachfiguren für ein Neugeborenes als Willkommensgruß? Lieber ein kuscheliger Quilt.

Ist es also verrückt, seine kostbare Lebenszeit mit Patchworken und Quilten zu verbringen?

Zumindest in Alices Wunderland gibt es darauf eine Antwort:

Mad Hatter: ‚Have I gone Mad?‘
Alice: ‚I’m afraid so. You’re entirely bonkers. But I’ll tell you a secret. All the best people are.‘

Nun, das lässt auch uns hoffen :-).

Und um dem Märzhasen auch noch Gehör zu verschaffen:

„I’m late, I’m late! For a very important date. No time to say ‚Hello, Goodbye‘. I’m late, I’m late, I’m late.“

Ich sollte längst den Koffer gepackt haben um den Zug zu einer Verlagsbesprechung zu erreichen. Zeit hat man nicht, man nimmt sie sich ;-). Und:

Hutmacher: „Du bist schrecklich spät, weißt du? Unartige.“

Alice: „Zeit ist in Träumen sonderbar“

Daher: Ich denke, es wird Zeit, das Buch wieder einmal zur Hand zu nehmen und über das Leben zu philosophieren. Vielleicht habe ich „Jemanden“ auch angesteckt?

Sollte das so sein: Viel Spaß dabei und gutes Grübeln!

Und natürlich wünsche ich vollkommen fröhliches Sticheln ohne schlechtes Gewissen!

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